Abwege und andere Zeitverschwendungen

Man muss manchmal Umwege machen um wieder auf den richtigen Weg zu finden. Auch das ist uns nicht erspart geblieben.

 

Meine Eltern haben, vor gut 8 Jahren, nochmal gebaut. Ein Stein Haus. Nach ganz vielen Frust Momenten die wir nun mal hatten, haben uns meine Eltern damit in den Ohren gehangen, uns doch mal ein Angebot machen zu lassen von ihrem Generalunternehmer. Eigentlich war für uns die Richtung immer klar, aber nachdem wir noch nichts realisierbares gefunden hatten, hat uns der Frust dann doch dazu bewegt mal ein unverbindliches Gespräch zu führen. Mal schauen was dabei rum kommt.

Ich fand es nur aus wenigen Gründen gut, dort überhaupt hin zu gehen:

  1.  Der GU hat den Sitz in meiner Heimatregion
  2. Einer meiner besten Freunde arbeitet mit ihm zusammen ( er arbeitet für einen großen Baustoffhändler) und er bestätigte die gute Arbeitsqualität 
  3. Die derzeitige finanzielle Aussichtslosigkeit wenn es um das Thema, bauen mit Holz geht.

Um ehrlich zu sein, waren wir echt von den Socken. Das Angebot war mehr als top. Es war mehr als in unserem finanziellen Budget und es war mit Keller.

Ja, der Keller. Bauen mit Keller ist in den letzten Jahren echt teuer geworden, warum viele auch ohne Keller bauen. Wir reden hier von einem hohen 5stelligen Betrag, je nach Grundstück. Deswegen kam er eigentlich für uns nie in Frage, obwohl das Grundstück es, wegen des Gefälles, her gab.

Wir haben das Angebot erst mal bei Seite gelegt und sind weiter unserer Wohnidee nachgegangen. Es musste ja irgendwie machbar sein.

 

Einen anderen Ansatz den ich nachgegangen bin, ist: das Budget zu besseren Zinskonditionen aufpimpen. Die monatliche Rate bleibt, aber die Gesamtsumme wird größer....

Also wird das Internet wieder durchforstet nach Fördermöglichkeiten.

  • Welche Fördertöpfe gibt es?
  • Wer hat Anrecht?
  • Lohnt sich der Papierkram im Verhältnis zum Profit?

Zu den letzten beiden Fragen kann ich euch sagen, beim Neubau hat man nicht immer Anrecht auf sämtliche, beworbenen Fördermöglichkeiten. Und NEIN, es lohnt sich nicht immer, aber dazu mehr unten

Es gibt einmal die NRW-Bank ( oder aus welchem Bundesland ihr kommt) und die KfW. Ich habe damals mit der NRW-Bank angefangen, da die Konditionen schon sehr verlockend waren. Also habe ich bei der zuständigen Kommune angerufen und mich informiert. Man war sehr nett, Hilfsbereit und bereit mir all meine Fragen zu beantworten. Zum Schluss des Gesprächs kam dann die Bitte, doch einen Termin zu vereinbaren und diese und jene Unterlagen mit zu bringen um eine genaue Berechnung der Fördersumme machen zu können. Wir waren sehr glücklich über diese Möglichkeit, da wie gesagt, die Konditionen wirklich super waren.

Also Unterlagen zusammen suchen ( es sollte nicht das letzte mal sein in diesem Bauprozess), Sohnemann bei Oma und Opa unter bringen und Dennis sich einen Urlaubstag nehmen. So starteten wir, gut vorbereitet und ohne Kleinkind was versorgt werden musste und/oder unruhig werden konnte, bei so einem langweiligen Termin. Die Dame war wieder, sehr nett. Rechnete fleißig hin und her, holte bei einer Frage ihren Kollegen mit dazu ( der uns dann einen kurzweiligen Schock versetzten,...) und kam dann zu dem Ergebnis, dass wir Anrecht auf Summe X haben. Dazu bräuchte Sie aber noch 2 Bescheinigungen von mir, da ich mich derzeit noch in Elternzeit befand. Wir waren total happy und wollten uns grade verabschieden, da sagt die nette Dame auf einmal " ach warten Sie mal, ich glaube ich habe hier grade einen Rechenfehler gemacht. Ich habe eine 0 zu wenig genommen!" Also, alles wieder auf Anfang und bei der erneuten Ansicht unserer Unterlagen sagt Sie " ach Mist, das hätten wir uns alles sparen können, denn Ihr Bauprojekt ist zu teuer und Sie, Herr... verdienen zu viel." ÄÄmmm bitte was? Bau zu teuer? Zuviel verdienen? 

Ja, ich war erst ein wenig sauer darüber, dass wir überhaupt den Termin hatten. Da ich schon reichlich Fragen vorab am Telefon gestellt hatte. Nun muss man sagen, dass zwischen Termin und Telefonat 2 Tage lagen. Die Dame entschuldigte sich mehrfach für ihr Verhalten, sie habe aktuell eine schwierige Private Situation die sie nicht ganz sortiert im Kopf lasse. Jeder hat dazu eine eigene Meinung, aber ich fand es menschlich und fair, dass sie ihren Fehler direkt eingestanden hat und es korrigiert hat. Sie hätte uns auch in dem Glauben hätte lassen können und später ein Absageschreiben für sich sprechen lassen können. Also, Schwamm drüber.

Was ihren Kollegen angeht, ....... Auch er war nett und informierte sich zu unserem Vorhaben, sagte dann aber kurz danach "...ach da wollen Sie bauen! Da war doch was mit Altlasten?? Ich meine der Kollege XY hatte da was gesagt." 

Bitte was? Altlasten? Davon stand aber nichts im Bodengutachten des Baugebietes!

Also sind wir, nach dem erfolglosen Termin, noch zum Grundstück rüber und haben uns in der Nachbarschaft ( Bei den Neubauten) über deren Bodengutachten informiert und ob sie davon etwas wüssten. Nein, keiner hatte je was in der Richtung gehört. Gott sei Dank!!

Dieser Schock und unser Klinkenputzen bei den zukünftigen Nachbarn, hatte auf jedenfall was Gutes: Wir haben unseren "Anbau-" Nachbarn kennengelernt. Und ja, er ist sehr nett!! Eine Sorge in meinem Kopf weniger. Ich glaube es gibt nichts ätzenderes, als sich nicht mit den direkten Nachbarn zu verstehen.

So unnütze Termine sollte es später immer mal wieder geben. 

 

Auch eine absolute Zeitverschwendung, war die Finanzierungsanfrage bei einer bestimmten Bank. Die gaaaanz viele Unterlagen haben wollte, bei der Vorabanfrage zugestimmt hatte, um uns dann nach schon Monaten zu sagen " nein, Sie sind uns ein zu hohes Risiko, da die Kundin erst wieder in einem Monat arbeiten geht." Versteh einer der will, aber Banken sind eh ...... Man ist nur leider auf sie angewiesen, in solchen Fällen ( es sei denn man hat nen Geldbaum im Garten, ne reiche Oma oder Ähnliches) .

 

In völliger Nüchternheit muss ich auch sagen: Wer den wirklich besten Preis für sich, bei den Gewerken herausholen will. Der wird auch noch viele solcher, sinnhaft fraglichen Termine haben. Auch hier muss ich sagen, dass es uns einfach in die Karten gespielt hat, dass ich in Elternzeit war, und einfach die Termine alleine mit unserem kleinen Sohn gemacht habe. Dennis hat dann nur noch die gefilterten Infos bekommen ( oder auch schon mal gar keine, um seine Nerven zu schonen. Reicht ja, wenn sich eine(r) aufregt).

 

Ein weiterer Termin, den ich für mich erst als wichtig gesehen habe, war der Punkt Bauleitung. Ich hatte Sorge, dass wir mit unserem Laien-wissen, nicht alles beachten, Fehler übersehen oder Ähnliches. Also hatte ich einen Termin bei einer Architektin. Sie war mir auf anhieb sehr sympathisch. Hatte sich alle Unterlagen angeschaut, die ich bereits zusammengetragen hatte. Es ging bei uns um eine Bauleitung ab dem Punkt, wenn das Haus verschlossen steht, d.h. für den Innenausbau. Die Bauleitung für die Hausaufstellung, übernimmt die Architektin über die Hausbaufirma.

Nach vielen Terminen mit den unterschiedlichen Firmen der unterschiedlichen Gewerken habe ich das Gefühl bekommen, dass es eigentlich garnicht so schwer sein kann. Als dann noch das Angebot der Architektin kam, über ihre Leistung, war für uns eigentlich klar, dass wir uns das alleine trauen. Das Angebot war 5 stellig und das ohne Angebotsanfragen bei Handwerkern.