Das Grundstück
Unser Grundstück haben wir mit viel Glück bekommen.
Nach einer Besichtigung eines Bestandshauses hatte sich uns, vor der Tür, ein Baugebiet gezeigt. Sicherlich kann man bei den Kommunen nach Baugebieten schauen, aber kommt man auf die Idee? Oder macht man sich die Mühe und schreibt alle Kommunen an und fragt nach, wer für dieses Baugebiet Ansprechpartner ist um nach freien Grundstücken zu fragen? Wir sind auf den üblichen Onlineportalen gewesen für Immobilien und Grundstücke, aber da findet man nicht immer alle die Verfügbar sind. So war es auch bei diesem, denn nach der gefühlten 10.000sten enttäuschenden Hausbesichtigung, habe ich auf dem Heimweg die Kommune des Baugebietes per Mail angeschrieben, um unverbindlich nach einer Grundstücksverfügbarkeit zu fragen. Der zuständige Sachbearbeiter für Bauwesen, meldete sich prompt zurück mit der Info, dass das Baugebiet der RWE gehöre und man solle sich dort melden. Viele Grundstücke in unserer Region sind im Eigentum der RWE, so dass es die Mühe wert ist, dort auch nach Verfügbarkeiten zu fragen. Auch hier bekamen wir schnell eine Rückmeldung. Es seien Grundstücke verfügbar und die nächste Verkaufsrund würde zeitnah anstehen. Was ein Glück und einen Schritt weiter!!! Also bekamen wir Informationen zum Baugebiet und die verfügbaren Grundstücke mit ihren Preisen.
Schock Nummer 1: Auch hier sind die Grundstückspreise völlig aus dem Ruder gelaufen. Auch wenn man sich auf https://www.boris.nrw.de/ informiert, über den Bodenrichtwert: Wunschpreise von Verkäufern und die Entwicklungen der Immobilienpreisen sind nun mal oft anders als Boris es angibt.
Gut, die Kröte hatten wir geschluckt. Wir wussten ja nicht, ob wir überhaupt einen Zuschlag bekommen. Wir sollten eine Liste der Grundstücke erstellen, für die wir uns interessieren, in der Reihenfolge des Interesse. Wir hatten 2 Grundstücke, die in unserem finanziellen Budget lag und "top" waren von Lage und Größe. Um noch eine "Reserve" zu haben, 3 sind besser als 2 und erhöhen etwas die Chancen, haben wir ein Grundstück angegeben was von der Größe und vom Gesamtpreis her noch okay war. Jetzt war warten angesagt. Wir haben keine Vergabezeit gesagt bekommen, so dass wir wussten, wann wir mit einer Rückmeldung (oder nicht) rechnen können.
Warten, Warten, Warten........
Das Warten hat sich gelohnt. An der Kasse, im Supermarkt stehend, bekomme ich eine E-Mail aufs Handy, mit der Info das wir ein Grundstück haben können, wenn noch Interesse besteht.
Die Freude ist groß aber die Überraschung folgte sogleich: Wir müssen eine Doppelhaushälfte bauen!! Umpf, das wollten wir nun garnicht. Wie kommt das? Ganz einfach: die Euphorie über die Grundstücksmöglichkeit hat uns einen, für uns, wichtigen Hinweis übersehen lassen. Das 3. Grundstück auf unserer Liste, hatte in der Preisauflistung von RWE den Vermerk "DHH" und war orange unterlegt. Das haben wir nicht weiter beachtet. Und wie sich jetzt erahnen lässt: Es ist Grundstück Nummer 3 geworden, was vorher schon nicht so sehr unser Favorit war. Gut, also wird sich zuhause beraten, ob wir den Schritt gehen mit Kröten im Hals. Wir haben erst mal unverbindlich zugesagt und uns das Grundstück vor Ort angesehen.
Da kam die nächste Überraschung: Das Grundstück hat ein Gefälle.
Mein Partner sieht schon unser Geld dahin fließen, weil uns klar wird, dass die Erdarbeiten irre teuer werden können. So...tief Luft holen und weiter überlegen. Schluss endlich haben wir uns Rat bei einem Architekten geholt, der uns sagen konnte, was dürfen bzw. müssen wir bauen, mit der Vorgabe der DHH. Nach langem Hin- und- Her und einer Pro- und Contra Liste war klar, Ja wir wagen es. Die jahrelange Suche nach einem Bestandshaus und überzogenen Grundstückspreise waren wir so langsam leid.