Januar 26
Der Monat der Erschöpfung
Vieles lief anders als geplant. Unter anderem auch, dass ich diese Texte als Blog schreiben wollte. Ich muss gestehen, ich hatte bei dem ganzen Chaos, gar keine Lust mehr, alles nieder zu schreiben.
Als wir erzählt haben, dass wir bauen wollen, kam von vielen die Frage: "Habt ihr starke Nerven?" Und ja, die habe ich, NOCH.
Da es mir wichtig war, habe ich den Handwerkern jeden Morgen, frischen Kaffee und was zu Essen vorbei gebracht. So habe ich mich täglich auf der Baustelle blicken lassen und konnte direkt klären, wenn etwas zur Frage offen war.
Eigentlich fing es schon damit an, dass die Handwerker nicht happy waren mit dem Gerüst. Es würde etwas fehlen und hier zu tief und da zu hoch ....und überhaupt. Also den Gerüstbauer angerufen und kommen lassen. Dennis war an dem Tag selber mit dem Elektriker auf der Baustelle, als die Jungs von der Gerüstbaufirma kamen. Er hat den Vorarbeiter von der Hausbaufirma darum gebeten, sich beim Ansprechpartner des Gerüstbauers zu melden, wenn er einen weiteren Wunsch hat, oder etwas nicht passen sollte. Somit war für ihn klar, " Dann kann ja nichts mehr schief gehen, wenn beide Seiten mit einander kommunizieren." WENN, was natürlich NICHT gemacht worden ist.
Zwei Tage später, kam nämlich die Aussage : " Gerüst passt nicht, da fehlt noch......." . Ernsthaft? Ja, ernsthaft. Also wieder den Gerüstbauer anrufen und wieder kommen lassen.
Nachdem wir die ersten Arbeiten mit dem Elektriker am Haus gemacht haben, Leerrohre legen u.Ä., haben die Handwerker mit dem Anlegen der Aussenverschaalung angefangen. Außen war alles in Kammern angelegt, so dass Etappenweise auch zeitgleich die Zellulose-Dämmung eingeblasen werden konnte. Das ging, alles in allem, immer super fix, so dass ich leider nur das Endprodukt gesehen habe. Leider...
Während diesem Prozess, kam der Gerüstbauer erneut vorbei. Die Jungs waren, Gott sei Dank, da ich von der Arbeit aus, zur Baustellen gefahren bin.
- Erstens haben sie völlig selbstverständlich in der Einfahrt unseres Anbau-Nachbarn geparkt
- Dann turnten sie AUF dem Balkon unseres Nachbarn rum um DARAUF das Gerüst abzustützen
- und kletterten auf dem Dach des Nachbarn rum
- und stellten ihm das Wohnzimmerfenster voll.
Nein, das war so nicht mit uns abgesprochen und nein, wir wussten auch nicht, dass sie an genau dem Tag kommen würden. Auf meine Frage hin, ob man den Nachbarn informiert hätte oder noch besser, gefragt hätte, bekam ich nur ein fragendes Gesicht und die Antwort: " Nööö, hätten wir das machen sollen?" Ämm, ja.....Das ist Hausfriedenbruch was ihr da grade macht....Okay, tief durchatmen und dem Vorarbeiter von der Hausbaufirma ganz klar sagen, dass er endlich den Mund aufmachen soll gegenüber dem Gerüstbauer, wenn ihm was nicht passt. Nochmal werde ich den Gerüstbauer nicht kommen lassen. Danach vom Gerüst runter und rüber zum Nachbarn und Abbitte leisten, in der Hoffnung, dass ich nicht gelüncht werde.
Der Nachbar war, mehr als sauer. Und ich habe große Mühe gehabt, die Horde Kühe wieder vom Eis zu bekommen. Aber unsere kommunikative Vorarbeit hat sich bezahlt gemacht und man hat mir geglaubt, dass das Resultat nicht so von uns gewollt war.
Vor diesem Gerüstdebakel, kam irgendwann mal Nachmittags die Frage: Was denn mit einer Bautreppe im Haus sei? Tja, gute Frage. Das hatten wir noch nicht bedacht. Hat uns aber auch keiner mal drauf hingewiesen, bis zum jetzigen Zeitpunkt. Also im Netz nachschauen, was wir für Möglichkeiten haben, da es bei uns, mit einer graden Leiter auf die nächste Etage, nicht getan ist.
Ich bin recht schnell fündig geworden. Eine Treppe die als halbrunde Treppe, im Stecksystem, über 2 Etagen, aufstellbar ist. Gott sei Dank auch sofort verfügbar und abholbereit in einer 30 Min Entfernung.
Also bin ich, nach Feierabend, mit meiner Großen und dem Anhänger meiner Eltern bewaffnet los, um die Treppe zu holen. Es hat alles TipTop geklappt inkl. Ausladen aber mit abgefrohrenen Fingern.
Das Aufstellen ging fix am nächsten Tag und nach der ganzen Hetzerei, sagen mir die Handwerker by the way, dass sie selber die Treppe ja nicht brauchen würden....na ja vielleicht jetzt noch nicht, aber irgendwann erst. Ich hätte mich also nicht so schnell darum kümmern müssen. Ernsthaft...Ich bekomme drei Tage am Stück die gleiche Frage nach der Treppe gestellt und dann so ne Aussage......Ommmmmm
Zurück zu meinem Lieblingsthema, dem Gerüst. Klar, alle Guten Dinge sind 3, oder so Ähnlich. Ich komme, wieder Nachmittags, auf die Baustelle, da Fragt mich der Vorarbeiter, ob er am Gerüst eine Stange "abschneiden" darf. Ich höre nicht richtig?! Was möchte er machen? Ja, eine, falsch vier, Stangen "abschneiden", sprich: kürzen. Ämmmm natürlich NICHT. Ob ich die Telefonnummer vom Gerüstbauer hätte?! Jaaa, klar habe ich die. Der Vorabeiter telefoniert mit dem Gerüstbauer und drückt mir, ohne eine Verabschiedung, wieder mein Telefon in die Hand. Nachdem ich mich vergewissert habe, ob noch jemand in der Leitung ist, was natürlich der Fall war, habe ich dann eine weitere Absprache mit dem Gerüstbauer getroffen.
Kurzgesagt: Der Gerüstbauer war nicht nochmal da, weil Dennis die Sache alleine geregelt hat. Ich mich bei der Hausbaufirma beschwert habe über die unprofessionelle Kommunikation, trotz mehrfacher Bitten und Hinweise.
Als wenn diese, nicht vorhandene Kommunikation, bisher nicht ausgereicht hätte, kam Dennis an einem Tag von der Baustelle und sagte nur entsetzt " Die Handwerker haben einfach die Regenrinne vom Nachbarn abgeschnitten!" Ja genau, sie war im Weg, also musste sie weg. Da es ja nicht deren Eigentum ist, einfach machen, "ist mir ja egal". So nach dem Motto. Diesmal war Dennis an der Reihe, die Horde Kühe vom Eis zu holen, beim Nachbarn. Auch er hatte mehr als Glück.
Diesmal habe ich mich sehr deutlich bei der Hausbaufirma beschwert. Ein Unding sondergleichen, zumal wir dann auch angefangen haben, uns über jede Kleinigkeit aufzuregen.
Die Regenrinnen-Aktion war der Firma so unangenehm, dass tatsächlich sich der Chef 3 Stunden auf den Weg gemacht hat und mit 2 Präsentkörben auf der Baustelle stand. Er hat sich nicht nehmen lassen um sich persönlich beim Anbau-Nachbarn zu entschuldigen und einen der Körbe bei ihm zu lassen. Der 2. war tatsächlich für uns.
So langsam kehrt etwas Ruhe ein.
In der darauffolgenden Woche waren die Jungs nur noch zu 2. anstatt zu 4 . Todesfall in der Familie. Wir lassen nun mal nichts aus. Die Fenster werden eingesetzt und die Tür. Ist schon ganz schön aufregend.
In der Woche war auch die finale Hausabnahme. Schon irgendwie komisch, wenn die Arbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Ich zweifele aber nicht daran, dass die Arbeiten alle gemacht werden.
Und was haben wir gemacht an Arbeiten?: Wir haben uns ums Bad gekümmert. Denn hier zeigte sich ganz deutlich, dass man noch so gut planen kann auf dem Papier, wenn es in der Realität nicht passt. Wir wollten eine T-Wand im Bad. Das funktioniert aber leider vorn und hinten nicht, mit der Badewanne. Was macht man also, damit man es besser plant? Zeitungspapier zurecht schneiden und alles hin und her schieben. Man darf einfach nicht vergessen, dass man die Wasserleitungen vor die Holzwand setzt und dann auch alles mit Trockenbau verkleiden muss. Das nimmt dann auch wieder Raum. Also entscheide weise.